ADVENT – „24 Schritte auf dem Weg in eine größere Liebe“

Der Tod von geliebten Menschen unterbricht oft auch unsere eigene Verbindung zum Leben. Aber es gibt einen Weg durch die Trauer hindurch, der heilsam ist für beide, die Verstorbenen und jene, deren Leben auf der Welt noch weitergeht.

Die kommenden Vorschläge sind aus dem Grundgefühl entstanden, dass geliebte Menschen uns mit dem Tod nicht verlassen haben und dass wir sie nicht „loslassen müssen“. Meiner persönlichen Erfahrung nach und jener von vielen Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, sind wir niemals wirklich getrennt. Himmel und Erde sind ein gemeinsames Land, nur unsere Sinne sind dafür nicht geeignet.

Es ist auch nie zu spät, eine neue Beziehung zu jemanden aufzubauen und miteinander ein besonderes Weihnachtsfest zu feiern.

Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Viele Dinge entstehen erst, wenn man einen ersten Schritt gemacht hat.

Der Advent ist eine wunderbare Gelegenheit, diesen weiten Horizont zu erkunden. Vielleicht kommen wir nicht ganz ans Ziel, aber jeder Tag bringt uns der Verschmelzung von Himmel und Erde näher.

Auch wenn der Hl. Abend unter Tränen stattfindet, werden sie anders sein. Sie sind eingehüllt in andere Farben, das Schwarz und Grau hat bunte Stellen bekommen.

Am Beginn könnte ein geschmücktes Plakat mit Fotos aller jener Menschen stehen, die wir schon auf der anderen Seite des Lebens kennen.

Es ist gut, wenn es in der Wohnung dafür einen Platz gibt, in ihrem Herzen ist immer einer frei dafür. Mit Kerzen und guten Düften lässt sich eine besondere Stimmung erzeugen. Aber gut nachdenken kann man auch in der Natur, besonders unter einem Sternenhimmel. Wenn das in der Stadt nicht geht, helfen auch Bilder aus dem Universum im Internet.

Ein wichtiger Beitrag ist Musik. Sie erfüllt das Herz und das, für jeden mit anderen Tönen. Einfach ausprobieren, das Internet bietet unendliche Varianten an Stücken aus der ganzen Welt und auch der eigenen Region.

Sehr hilfreich ist ein leeres Heft, in dem Gedanken und Erkenntnissen festgehalten und schön gestalten werden können.

Sie könnten auch andere Familienmitglieder zu diesem Adventgestaltung einladen, weil sich die Liebe damit noch einmal verstärkt.

Die Vorschläge können natürlich auch in der Reihenfolge gewechselt werden, wie es Ihnen in Ihren Alltag am besten passt.

Es würde mich freuen, wenn Sie sich gemeinsam mit mir und andern, auf einen neuen Adventweg in die größere Liebe machen.

  1. Ich danke jedem einzelnen der Verstorbenen für ihre Geschenke an mich, sichtbare und unsichtbare
  2. Ich verzeihe die Schmerzen, die sie mir bewusst und unbewusst zugefügt haben
  3. Ich bitte um Verzeihung für alles, mit dem ich sie bewusst und unbewusst gekränkt habe
  4. Ich stelle mir vor, in verschiedenen Zeiten ihres Lebens, in „ihren Schuhen“ zu gehen
  5. Ich stelle sie mir als kleine Kinder vor, voll Hoffnungen und der Sehnsucht nach Liebe
  6. Ich erzähle ihnen von den schönen und schweren Zeiten meiner Kindheit, von denen sie vielleicht nichts wissen
  7. Ich spüre nach, welche Träume sie in ihrer Jugend vielleicht gehabt haben, und welche schweren Zeiten die Welt um sie herum mitgemacht hat.
  8. Ich erzähle ihnen von meinen Jugendträumen, Vorstellungen und Erwartungen von anderen an mich
  9. Ich mache mich auf die Suche nach ihren Entscheidungen als Erwachsene. „Wann haben sie welchen Weg eingeschlagen und wohin hat er sie geführt. Wenn sie jung gestorben sind, überlege ich welches Leben sie hätten haben können.
  10. Ich gehe zurück in meine Geschichte und erkunde die Gründe für meine Entscheidungen und überlege, wie sich diese auf sie ausgewirkt haben. Manche gar nicht, andere wieder sehr stark
  11. Ich denke an die Zeit vor ihrem Tod und ihr Sterben. Was belastet mich noch immer davon
  12. Ich rede mit Verwandten und Freunden über sie und erzähle von guten Erinnerungen
  13. Ich überlege, was ihnen wichtig war und wie ich ein Stück davon in meinem Leben als Form der Erinnerung umsetzen kann
  14. Ich suche Musik aus, die ihnen gefallen hat, um sie wieder gemeinsam anzuhören
  15. Ich mache mir im Herz ein neues Bild von ihnen, sehe sie nicht mehr alt oder krank sondern im besten irdischen Alter.
  16. Ich beginne, ein Bild zu gestalten, wie ich mir den Himmel um sie vorstelle
  17. Ich gehe auf die Suche nach der Fähigkeit zur Liebe in mir, wo es mir leicht fällt, bei wem ich es gar nicht kann
  18. Wem könnte ich heute Liebe, Freundlichkeit, Zuwendung, Fürsorge zeigen, als Geschenk an Verstorbene? Z.B. dem Freund des Vaters, der Cousine der Mutter, einem Schulkollegen des Kindes
  19. In welcher Form könnte ich mir heute selbst Freude bereiten, so wie es die Verstorbenen noch immer gerne tun würden. Z.B. mich loben, für gute Dinge, die ich gemacht habe, etwas Gutes essen
  20. Welchen Plan in meinem Leben habe ich bis jetzt aufgeschoben und könnte ihn nun mit ihrer Hilfe aus dem Himmel umsetzen?
  21. Welche dunkle Stelle auf der Erde könnte ich mit meinen Möglichkeiten heller machen.  Z.B. einer Familie in Afrika einen Garten finanzieren
  22. Ich schreibe alle guten Dinge auf, die seit ihrem Tod geschehen sind. An schönen Erfahrungen von Hilfe, die man nicht erwartet hat, neue Freundschaften, andere Sichtweisen auf das Leben, ua.
  23. Wenn es möglich ist, besuche ich ihr Grab und bringe ein kleines Herz mit. Spüre nach wie es mir und ihnen geht. Das braucht vielleicht etwas Übung, aber es ist möglich
  24. Ich feiere das Fest der sichtbargewordenen Liebe des Schöpfers zur Welt mit allen Menschen, den sichtbaren und den unsichtbaren mit alten und neuen Ritualen

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein neues Jahr mit vielen schönen Erlebnissen.
Wenn Sie mir schreiben möchten: info@ziegler-duregger.com

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